Juli
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Vom Häusle zur Quartiersarbeit!
Der Degerlocher Frauenkreis e.V. im Stadtbezirk
Als sich 1951 die „Damen der ersten Stunde“ nach der Auftaktversammlung im Degerlocher Rathaus regelmäßig trafen, konnte wohl niemand ahnen, wie weit ihre Ideen einmal tragen würden. In den Wohnzimmern von Frau Kneher und Frau Bleyle wurde diskutiert, geplant und organisiert. Hier entstanden die ersten Projekte des Degerlocher Frauenkreises – mit viel Engagement, Kreativität und dem Wunsch, das Leben im Stadtteil aktiv mitzugestalten. Schon bald wurden die privaten Räume zu klein. Die Firma Gustav Epple stellte großzügig ihre Kantine und später den Epple-Saal für Treffen zur Verfügung. Der Frauenkreis wuchs – und mit ihm die Zahl der Ideen.
1957 starteten die beliebten „Ritternachmittage“ im gleichnamigen Gasthaus. Kulturelle Beiträge und gesellige Begegnungen machten die Veranstaltungen schnell zu einem festen Bestandteil des Degerlocher Gemeinschaftslebens. Mit der Eröffnung des Altenclubs im Café Laicher in der Epplestraße 12 im Jahr 1963 entstand ein weiterer Ort der Begegnung. Musik, Humor und gemeinsame Stunden sorgten für viel Zuspruch bei den älteren Bürgerinnen und Bürgern. 1974 nimmt die Nachbarschaftshilfe in der Epplestraße 12b ihre Arbeit auf, gedacht als „Koordinierungsstelle für die Altenarbeit örtlicher Träger“. 1984 folgt der Besuchsdienst, zunächst im Lothar-Christmann-Haus, später auch ambulant.
Die Angebote wurden vielfältiger, die Aufgaben umfangreicher. Was fehlte, war ein Ort, an dem alle Fäden zusammenliefen. Dieser Wunsch erfüllte sich 1976 mit dem „Häusle“ in der Löwenstraße 53. Für viele Degerlocherinnen und Degerlocher ist dieser Ort bis heute mit lebendigen Erinnerungen verbunden. Ende der 1980er Jahre konnte der Frauenkreis über seine Mitgliedschaft im Verein „Treffpunkt Degerloch“ zusätzliche Räume im neu erworbenen Bürgerhaus in der Mittleren Straße 17 nutzen. Denn auch das Häusle stieß mit der Zeit an seine Grenzen.
Im Mai 2000 erfolgt Dank des außergewöhnlichen Engagements der Helene Pfleiderer-Stiftung der Umzug in unser Helene Pfleiderer-Haus am Marktplatz. Dies ist bis heute Dreh- und Angelpunkt unserer Quartiersarbeit. Hier entstehen Ideen, hier wird geplant und umgesetzt.
Für unsere Arbeit tauchen wir aber viel weiter ein ins Degerlocher Quartier. Kurse und Begegnungsangebote finden nicht nur im Helene Pfleiderer-Haus statt, sondern auch in der Rubensstraße 10 und in der Mittleren Straße 17. Im WohnCafé in der Schöttlestraße 12 laden Mittagstisch und KaffeeStunde zum Verweilen und Austauschen ein. Mit dem Café Helene ist der Frauenkreis regelmäßig in der Alten Scheuer und im Gemeindehaus Elly Heuss-Knapp zu Gast.
Vor allem aber ist der Frauenkreis dort präsent, wo Menschen Unterstützung benötigen. Besuchsdienst, Nachbarschaftshilfe und Hausmeisterdienst sind heute in rund 180 Haushalten zwischen Hoffeld, Degerloch und Haigst unterwegs. Sie helfen Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Das Café Helene mobil kommt zu den Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt selbst zu Veranstaltungen kommen können – und bringt mit Kaffee, Kuchen und Gesprächen ein Stück Gemeinschaft direkt vor die Haustür. Durch weitere Kooperationen entstehen noch mehr Begegnungsorte, wie der Agendagarten e.V. oder der Kirchvorplatz. Sorgfältig geplante Ausflüge und Wanderungen ermöglichen auch älteren Menschen noch eine „kleine Reise“ ins nahegelegene Umland.
Der Degerlocher Frauenkreis bringt sich dort ein, wo Unterstützung gebraucht wird – und sucht immer wieder neue Wege, Gemeinschaft zu gestalten.