Mai
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Nur alte Weiber?
Männer im Degerlocher Frauenkreis e.V.
Im Jahr 1951 ist Marcus L. Hoover als Resident Officer für die amerikanische Militärregierung in Stuttgart tätig. Er bittet unsere Gründerin Agnes Kneher, die ortsansässigen Frauen zur Teilnahme am öffentlichen Leben aufzurufen. Sie erstellt eine Liste mit Namen, bei denen sie Interesse und Bereitschaft zur Mitarbeit erwartet. Bei der ersten Sitzung im März 1951 kommen 24 Frauen zusammen. Aber Agnes Kneher will bei Weitem nicht nur Frauen für ihre Arbeit gewinnen: Ein Name auf der Liste ist Gustav Epple. Er unterstützt den Degerlocher Frauenkreis von Anfang an.
Namensgebend waren jedoch die „Frauen der ersten Stunde“. Und so wurde der „Degerlocher Frauenkreis“ am 4. September 1951 als Verein eingetragen. Agnes Kneher war dessen erste Vorsitzende.
Immer wieder kommen wir ins Gespräch über unseren Namen. Der „Degerlocher Frauenkreis“ – das klingt im ersten Moment durchaus traditionsbewusst, für manche vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen. Nicht selten hören wir den Satz: „Ach, das ist ja nur für Frauen!“ Eine Äußerung, die uns manchmal schmunzeln lässt, oft genug aber auch nachdenklich stimmt. „Frauenkreis“ – das wird schnell mit Filterkaffee, Strickrunde und Kuchentheke assoziiert. Aber es steckt viel mehr hinter unserer Arbeit: Engagement, Austausch, Verantwortung und ein vielfältiges Programm. Vielleicht ist unser Name aber auch gerade deshalb so treffend und wertvoll, weil er uns erinnert – an Beständigkeit, an unsere Wurzeln und Anfänge, an eine Geschichte, die von Mut, Verantwortung und gelebtem Gemeinschaftssinn erzählt!
Als Bürgerverein sind wir offen für alle – für jede und jeden, der Lust hat, sich einzubringen. Wer Gemeinschaft sucht oder sich engagieren will, ist bei uns herzlich willkommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Mann oder Frau, 18 oder 88 – entscheidend ist die Bereitschaft mitzumachen.
Ein Viertel unserer rund 1.000 Mitglieder sind heute Männer. Manche im Rahmen der Paar-Mitgliedschaft zusammen mit ihrer Ehefrau, aber nicht selten auch allein.
Vor allem auch unter den Firmenmitgliedern, die unsere Arbeit durch ihr soziales Engagement unterstützen, sind viele männliche Unternehmer, Gastronomen und Ärzte zu finden. Wir sind stolz auf unser ehrenamtliches Team, zu dem knapp 30% Männer zählen. Im Kochteam des WohnCafés sind fast die Hälfte der ehrenamtlichen Hobby-Köche männlich, aber auch im Besuchsdienst, beim Leiten von Schachgruppe, Männertreff, Englischer Konversation, Smartphonesprechstunde, Orchester und ReparaturCafé oder beim monatlichen Vätertreff engagieren sich Männer aller Altersklassen im Ehrenamt. Bei Gästen und Teilnehmern sind Männer schon lange keine Seltenheit mehr.
„Unsere Männer“ erfüllen uns dabei mit besonderem Stolz - hier wird sich über Klischees hinweggesetzt – einfach für die gute Sache! Vielen herzlichen Dank!